Ursa Minor (lat.) Kleiner Bär Abk. UMi

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Geschichte:
Nach der griechischen Mythologie handelt es sich laut klassischer Version um Kallistos Zofe, die als Kleiner Bär unter die Sterne versetzt wurde (s. Sternbild Großer Bär). Einer anderen Sage zufolge herrschten einst Uranos und Gaia über die Welt, gefolgt von ihren Kindern Kronos und Rhea. Gaia prophezeite ihrem Sohn, dass einer seiner Söhne ihn vom Thron stürzen werde. Kronos verhinderte dies fortan, indem er jeden seiner männlichen Nachkommen gleich nach der Geburt verschlang. Als seine Frau Rhea wieder einmal schwanger war, fragte sie ihre Eltern Uranos und Gaia verzweifelt um Rat, wie sie ihr Kind diesmal vor dem alles verschlingenden Kronos retten könne. Die Eltern rieten ihrer Tochter, sich im abgelegenen Ida-Gebirge auf der Insel Kreta zu verbergen, um dort im Schutz der Dunkelheit ihre Niederkunft abzuwarten. Rhea gebar schließlich Zeus, den späteren Herrscher über Himmel und Erde, und überließ ihn zwei Nymphen, die ihn als Ammen pflegten und mit der Milch der Ziege Amalthea nährten. Doch auch diesmal war dem grausamen Kronos die Schwangerschaft seiner Ehefrau nicht verborgen geblieben und er folgte ihr ins Gebirge, um sein Kind zu fordern. Rhea reichte ihm einen in Windeln gewickelten Stein, den Kronos sofort verschlang. Aber misstrauisch wie er war, suchte Kronos nach Zeus, der sich jedoch rechtzeitig in einen Drachen und seine beiden Ammen in zwei Bären verwandelte, welche er nach seinem Sieg über seinen Vater zum Dank unter die Sterne versetzte. - Übernommen wurde das Sternbild aus der phönizischen Überlieferung, wo es bei Seereisen als Navigationshilfe diente und ursprünglich als kleiner Hund, der Jagdhündin der Kallisto, mit steil aufgerichtetem Schwanz dargestellt war. Auch nach arabischer Vorstellung ist hier ein Kleiner Bär ("Al Dubb al Aasghar") abgebildet, nachdem man zuvor von "Banat al Naash al Sughra" gesprochen hatte, den "Töchtern an der kleinen Totenbahre" - letztere dargestellt durch die vier Kastensterne. Im Babylonischen war die Bezeichnung "An-nas-surra" (= "hoch im Aufgang") geläufig, und auch im Hinduistischen war von "tanzenden Sternen" die Rede - als Hinweis darauf, dass der Polarstern seinerzeit weiter vom Himmelsnordpol entfernt war und gemeinsam mit den beiden nächst helleren Sternen dieses Bildes um den Pol herum zu tanzen schien. Im nordischen Sagenkreis stellte das Sternbild den Wagen der Göttin Freya oder auch Wodanswagen bzw. schlicht "Litli Vagn", den "kleinen Wagen", dar; seltener wurde es mit dem Thronsessel des Thor identifiziert. Die Lappen erkannten hier einen Elch, während man im Finnischen von dem uns bekannten "Vähä Otawa", dem Kleinen Bären sprach. Nach amerikanischer Vorstellung schließlich bilden die sieben Kastensterne des "Kleinen Wagens" die kleine Schöpfkelle, "little dipper". - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich rund 80° nördlich des Himmelsäquators, sodass es in unseren Breiten als Zirkumpolarsternbild stets über dem Horizont steht. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Kepheus, Giraffe und Drache.


helle Sterne:
► Der Hauptstern Polaris (arab. Alrukaba für "Knie") ist mit einer Helligkeit zwischen 1,99 und 2,2m (Periode: 4 Tage) veränderlich und einem Partner der Größe 9,0 (Distanz: 18,4") gleichzeitig ein Doppelstern in rund 430 Lichtjahren (LJ) Entfernung; er hält sich zurzeit weniger als 1° vom Himmelsnordpol auf - geringster Abstand um das Jahr 2001 - und hat damit als gelber Überriese bekanntlich die Funktion des "Polarsterns".

sonstige Objekte:
► Bei dem blauweißen Doppelstern Pherkad (der schwächere der beiden hinteren Kastensterne; 225 LJ) erkennt man mit guten Augen neben dem 3,05m hellen Hauptstern einen unverbundenen Begleiter 5. Größe, den Stern 11.

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