Ursa Maior (lat.) Großer Bär Abk. UMa

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Geschichte:
Nach der griechischen Mythologie hatte einst "Götterboss" Zeus ein Verhältnis mit der Königstochter Kallisto. Diese gebar ihm einen Sohn, der Arkas genannt wurde. Doch eines Tages erfuhr Hera, die Gattin des Zeus, von dessen heimlicher Liebe zu Kallisto und verwandelte sie - außer sich vor Eifersucht - in eine Bärin. Als Arkas von der Jagd nach Hause zurückkehrte, sah er die Bärin, spannte den Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Zeus konnte gerade noch verhindern, dass sein Sohn (unwissentlich) zum Mörder seiner eigenen Mutter wurde: Noch bevor Arkas' Pfeil die Bärin durchbohren konnte, ergriff Zeus deren Schwanz und schleuderte sie mit Schwung zu den Sternen empor, wo sie noch heute als Sternbild Großer Bär zu sehen ist. Doch wegen der Körperfülle der Bärin (alias Kallisto) dehnte sich bei dieser Prozedur der Bärenschwanz so gewaltig, dass sie nun am Himmel einen langen, geschwungenen Schwanz zeigt. Ihre Zofe, die sie besonders schätzte, wurde von Zeus auf die gleiche Weise unter die Sterne versetzt, sodass auch sie als Kleiner Bär (s. dort) einen überdimensionalen Schwanz erkennen lässt. Arkas wurde ebenfalls in den Sternenhimmel aufgenommen und ist als Bärenhüter (s. dort) zu sehen. Er hält die Jagdhunde (s. dort), ebenfalls ein Sternbild, fest an der Leine, damit sie sich nicht auf die Bärinnen stürzen. - Nach altem römischen Glauben handelt es sich bei den sieben Sternen des "Großen Wagen" um sieben Dreschochsen, die um den nördlichen Himmelspol laufen. Die arabischen Völker sahen die vier Kastensterne als Sarg an, hinter dem drei Klageweiber liefen. Nach amerikanischer Vorstellung bilden die sieben hellsten Sterne keinen Wagen, sondern eine Art "großer Schöpflöffel" ("big dipper"). - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich rund 50° nördlich des Himmelsäquators, sodass es in unseren Breiten als Zirkumpolarsternbild stets über dem Horizont steht. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Drache, Giraffe, Luchs, Kleiner Löwe, Löwe, Haar der Berenike, Jagdhunde und Bärenhüter.


helle Sterne:
► Der orange gefärbte Hauptstern Dubhe (arab. für "Bär") ist 1,81m hell und 124 Lichtjahre (LJ) von uns entfernt.
► Der weiße Stern Merak (arab. für "Lende"; 76 LJ) leuchtet mit 2,37m weniger kräftig.
► Der weiße Stern Phecda (arab. für "Schenkel"; 80 LJ) erscheint in 2,44. Größe ähnlich hell wie Merak.
► Der ebenfalls weiße Stern Megrez (arab. für "Schwanzansatz"; 76 LJ) ist mit 3,31m der mit Abstand schwächste "Kastenstern".
► Der weißliche Stern Alioth (arab. für "Schwanz"; 81 LJ) ist wiederum mit 1,76m der hellste, allerdings auch veränderlich.
► Der blauweiße Stern Benetnasch (arab. für "Klageweib"; 101 LJ) schließlich leuchtet mit 1,85. Größe.

sonstige Objekte:
► Bei dem wohl bekanntesten, weißen Doppelstern Mizar (arab. für "Becken"; 80 LJ) erkennt man mit guten Augen neben dem 2,09m hellen Hauptstern das "Reiterlein" Alkor mit 4,0. Größe und im Teleskop in 14,4" Entfernung einen weiteren Begleiter der Helligkeit 3,9m - wobei alle Drei spektroskopisch wiederum Doppelsterne sind.
► Der planetarische Nebel M 97 (knapp südöstlich von Merak; 1 300 LJ) wird mit nur 12m wegen ihres Aussehens in großen Teleskopen auch als "Eulennebel" bezeichnet.
► Die Galaxie M 81 (nordwestlich von Dubhe; 11 Mio. LJ) erscheint im Teleskop wie ein elliptischer Fleck der 6,9. Größe mit erkennbar hellerem Zentrum. - Abb. 2
► Die benachbarte, aber nur 8,4m helle Galaxie M 82 präsentiert sich im Teleskop als länglicher Fleck.
► Auf die Galaxie M 101 (nördlich von Benetnasch; 24 Mio. LJ) mit der Helligkeit 7,7m blicken wir von oben; erst auf Fotos werden hingegen die beeindruckenden Spiralarme sichtbar. - Abb. 3
► Die Galaxien M 108 (knapp südöstlich von Merak) und M 109 (knapp südöstlich von Phecda) sind in einer Entfernung von 45 bzw. 55 Mio. LJ mit 10,0. und 9,8. Größenklasse unspektakulär.

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