Taurus (lat.) Stier Abk. Tau

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Geschichte:
Nach der griechischen Mythologie soll sich "Götterboss" Zeus in einen Stier verwandelt haben, um die Tochter des Königs von Kreta, Europa, zu entführen - weswegen er vom Himmelsjäger Orion (s. dort) bekämpft wurde. - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich rund 15° nördlich des Himmelsäquators bei rund 5h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Winter abends sehr hoch über dem Südhorizont gesehen werden kann. Als Tierkreissternbild bekommt es gelegentlich Besuch von Planeten, dem Mond und - alljährlich im Mai/Juni - der Sonne. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Perseus, Widder, Walfisch, (Fluss) Eridanus, Orion, Zwillinge und Fuhrmann.


helle Sterne:
► Der Hauptstern Aldebaran (arab. für "Der (den Plejaden) Folgende") ist ein orangefarbener Riese, der mit 0,87m als dreizehnthellster Stern am Himmel strahlt; er ist 65 Lichtjahre (LJ) und damit erheblich weniger weit entfernt als die Hyaden (s. u.) und bildet als Vordergrundstern derselben eine Ecke des Wintersechsecks.
► Der weiße Stern (Al) Nath (131 LJ) ist 1,65m hell und stellt eine Hornspitze des Stieres dar, wird gelegentlich jedoch irrtümlich dem Nachbarsternbild Fuhrmann zugerechnet.

sonstige Objekte:
► Der weiße bedeckungsveränderliche Stern λ (lambda) (südwestlich von Aldebaran; 325 LJ) variiert in seiner Helligkeit alle 3,95 Tage zwischen 3,3 und 3,8m.
► Bei dem unverbundenen Doppelstern θ(theta)1 und θ(theta)2 (knapp westlich von Aldebaran; 175 und 125 LJ) erkennt man mit guten Augen neben einem 3,85m hellen gelben Stern im Abstand von 337,4" einen Begleiter der Größe 3,42.
► Der Doppelstern σ(sigma)1 und σ(sigma)2 (knapp südöstlich von Aldebaran; 110 LJ) besteht aus einem Paar weißer Sterne, die 431,2" auseinander stehen und 4,7 bzw. 5,1m hell leuchten.
► Beim Doppelstern φ (phi) (nördlich von Aldebaran) wird ein orangefarbener Riese 5. Größe von einem unverbundenen Partner 9. Größe begleitet.
► Der Doppelstern χ (chi) (nördlich von Aldebaran) ist ein reizvolles Paar aus einem blauen und goldenen Stern 5. bzw. 8. Größe.
► Der 0,5m helle, V-förmige offene Sternhaufen Hyaden (knapp westlich von Aldebaran; 150 LJ) - seltener als "Regengestirn" bezeichnet - bildet auf einer Fläche von rund 10 Vollmond-Durchmessern mit 70 Sternen das Gesicht des Stieres.
► Der 1,2m helle, wohl schönste offene Sternhaufen M 45 (Plejaden) (nordwestlich von Aldebaran; 400 LJ) - wegen der Anzahl der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne auch "Siebengestirn" genannt - wird von seinem schwachen "Geburts-" Nebel umgeben und bedeckt mit über 120 Mitgliedern etwas mehr als den doppelten Vollmond-Durchmesser. - Abb. 2
► Beim diffusen Nebel M 1 (südlich von Nath; 6 000 LJ) - auch unter dem Namen "Krabbennebel" bekannt - handelt es sich um den Überrest der Supernova aus dem Jahr 1054, die sich noch heute mit 1 300 km/s ausdehnt und im Teleskop bestenfalls als elliptischer Fleck 8,4. Größe erscheint. - Abb. 3

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