Sagitta (lat.) Pfeil Abk. Sge

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Geschichte:
In der griechischen Mythologie ranken sich gleich drei Sagen um dieses Sternbild: Nach der geläufigsten bedrängte einst "Götterboss" Zeus die schöne Leto, die dessen Werben bald und gerne nachgab. Als nach einiger Zeit seine stets eifersüchtige Ehefrau Hera von den Liebschaften ihres Gatten erfuhr, sandte sie den schrecklichen Drachen Python mit dem Auftrag aus, ihre Nebenbuhlerin zu verschlingen. Doch Leto gelang es, sich auf die Insel Delos zu retten, die wie ein Schiff auf den Fluten des Okeanos schwamm. Nachdem sie dort kurz nach ihrer Ankunft ihren Sohn Apoll zur Welt gebracht hatte, erstrahlte Delos in goldenem Licht und verwandelte sich in ein blühendes Blumenmeer. Selbst die Götter kamen vom Olymp herbeigeeilt, um die Geburt des Lichtgottes Phoebos Apollon gebührend zu feiern. Schon bald verließ Apoll die Insel und erfreute die Götter und Menschen mit seinen Liedern, zu denen er seine Leier spielte. Überall, wo er mit seinem goldenen Instrument, dem silbernen Bogen und goldenen Pfeilen erschien, wurde die Landschaft in helles Licht getaucht. Eines Tages erreichte er schließlich auch die finstere Höhle des Drachen Python, der bekanntlich seine Mutter Leto töten sollte. Apoll hörte aus den Tiefen der Grotte ein Krachen, Poltern und Schnaufen, vermochte aber trotz seiner Fähigkeiten nicht, Licht in das Dunkel zu bringen. Doch bald erschien das Ungeheuer Feuer speiend am Eingang und setzte an, den ungebetenen Gast zu verspeisen. Doch der war schneller und schoss dem Drachen einen seiner Pfeile in den Rachen, aus dem sofort in hohem Bogen dunkles Blut spritzte. Python verlor das Gleichgewicht und fiel zurück in die Höhle, deren Eingang alsbald von Apoll mit Felsbrocken verschlossen wurde, wodurch das Ungeheuer von nun an eingesperrt war. An der Stelle des Triumphes über den Drachen wurde die heilige Stadt Delphi gegründet, von deren Tempel die Pythia, Göttin der Weissagung, im Auftrag Apollos den Menschen den Willen der Götter verkündet und die Zukunft prophezeit; zur Erinnerung an die Heldentat wurde der Pfeil unter die Sterne versetzt. Einer anderen Geschichte zufolge rächt Apoll den Tod seines Sohnes Asklepios und tötet mit seinen Pfeilen die einäugigen Zyklopen, die Hephaistos geholfen hatten, die Blitze zu schmieden, mit denen "Götterboss" Zeus den Asklepios erschlagen hatte; einer der Pfeile flog bis zu den Hyperboräern, die ihn wieder mit einem Garbenopfer zu Apoll zurückschickten, worauf ihn dieser - zur Erinnerung an das Gemetzel mit den Zyklopen - unter die Sterne versetzte. Gemäß der dritten Version ist es der Pfeil, mit dem Herkules (s. dort) den Adler (s. dort) zur Strecke brachte. - Auch in anderen Sprachen heißt das Sternbild übersetzt "Pfeil", der arabischen ("Al Sham"), der hebräischen ("Hets") und der persischen, wo man es "Tigris" nennt. - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild ist das drittkleinste des gesamten Himmels und befindet sich rund 20° nördlich des Himmelsäquators bei rund 20h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Spätsommer bis weit in den Herbst hinein abends sehr hoch über dem Südhorizont gesehen werden kann. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Füchschen, Herkules, Adler und Delfin.


helle Sterne:
► Der Hauptstern Sham (arab. für "Pfeil") strahlt in 600 Lichtjahren (LJ) Entfernung als gelblicher Riese 4,4. Größe.
► Der Stern γ (gamma) (200 LJ) ist ein orangefarbener Riese, der mit 3,5m sogar noch lichtstärker ist als Sham.

sonstige Objekte:
► Bei dem Doppelstern ζ (zeta) (westlich von γ (gamma)) handelt es sich um ein Paar aus zwei Sternen der 5,0. und 8,8. Größe, die am Himmel 8,4" auseinander stehen.
► Der Kugelsternhaufen M 71 (knapp südwestlich von γ (gamma); 16 000 LJ) erscheint im Teleskop als nur 8,3m heller runder, verwaschener Fleck. - Abb. 2

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