Serpens (lat.) Schlange Abk. Ser

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Geschichte:
Nach der griechischen Mythologie wurde der berühmte Arzt Asklepios zum Dank für seine guten Taten als Sternbild Schlangenträger (s. dort) an den Himmel versetzt. Nachdem Asklepios von Zeus durch einen Blitz erschlagen worden war, trauerten die Menschen um ihren toten Wohltäter. Ihm zu Ehren errichteten sie Tempel (spätere Krankenanstalten), in denen die Patienten zur Heilung in Schlaf versetzt wurden. Der zu einem Gott gewordene Asklepios erschien den Kranken im Traum als Schlange und teilte ihnen die Namen der Krankheiten mit, an denen sie litten. Verwandelte sich die Schlange in einen Jüngling, so war der Heilschlaf erfolgreich und der Patient wieder gesund. Deshalb hielt man in den Tempeln Schlangen, die als Heilige verehrt wurden. In antiken Darstellungen findet man Asklepios mit einem Wanderstock, um den sich eine Schlange windet - den berühmten Äskulapstab, der noch heute als Symbol für die Heilkunst steht. - Die Schlange als Sternbild ist eigentlich ägyptischen Ursprungs und wurde von anderen Völkern übernommen: dem babylonischen ("Nu-tsir-da"), dem hebräischen (nach dem Buch Job), dem arabischen ("Al Hayyah") und dem christlichen, das hier die Schlange erkennt, die Eva im Paradies verführte. Im römischen Kulturkreis findet man die Bezeichnung "Draco Lesbius", der "lesbische Drache". - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich in der Nähe des Himmelsäquators bei rund 17h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Frühsommer abends halbhoch über dem Südhorizont gesehen werden kann. Es wird als einziges von einem anderen Sternbild, dem Schlangenträger, in zwei separate Hälften, nämlich dem Kopf (Serpens Caput) und dem Schwanz der Schlange (Serpens Cauda), zerteilt; gleichwohl bilden beide ein einzelnes Sternbild, die Schlange (Serpens). Nachbarsternbilder sind neben dem Schlangenträger: (nördlich, dann im Uhrzeigersinn) Herkules, Nördliche Krone, Bärenhüter, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Schild und Adler.


helle Sterne:
► Der orangefarbene Hauptstern Unukalhai (arab. für "Hals der Schlange" - folgerichtig in Serpens Caput, dem Kopf der Schlange, gelegen) ist 2,65m hell und 71 Lichtjahre (LJ) von uns entfernt.

sonstige Objekte:
► Bei dem Doppelstern β (beta) (nördlich von Unukalhai; 120 LJ) erkennt man im Teleskop zwei 3,67 bzw. 9m helle Sterne und im Fernglas einen weiteren, unverbundenen Partner der 7. Größe.
► Beim Doppelstern δ (delta) (nordwestlich von Unukalhai; 90 LJ) handelt es sich um ein mit 4,4" recht enges Paar weißer Sterne mit Helligkeiten von 3,80 und 5,2m, das zur Trennung einer starken Vergrößerung bedarf.
► Der Doppelstern Alya (im Nordosten von Serpens Cauda gelegen; 100 LJ) besteht aus zwei weißen und mit 4,06 und 4,98m nahezu gleich hellen Sternen, die am Himmel 22,3" auseinander stehen. - Abb. 2
► Bei dem Doppelstern ν (nü) (im Südwesten von Serpens Cauda gelegen; 135 LJ) wird ein Stern der 4,33. Größe von einem lichtschwachen Partner nur 9. Größe begleitet.
► Beim roten veränderlichen Stern R (nördlich von Unukalhai) vom Mira-Typ schwankt die Helligkeit alle 356 Tage extrem zwischen 5,1 und lediglich 14,4m.
► Ein verstreuter offener Sternhaufen gruppiert sich um den Stern τ(tau)1 (nordwestlich von Unukalhai) und kann am besten im Fernglas beobachtet werden.
► Der offene Sternhaufen M 16 (im Süden von Serpens Cauda gelegen; 7 000 LJ) besteht aus mehr als 50 Sternen 8. Größe und schwächer, zwischen denen man unter günstigen Bedingungen Andeutungen einer Gaswolke, die den bekannten "Adlernebel" mit exakt 6. Größe bildet, erahnen kann. - Abb. 3
► Der Kugelsternhaufen M 5 (südwestlich von Unukalhai; 25 000 LJ) gilt mit einer Helligkeit von 5,8m als der zweitschönste der nördlichen Hemisphäre und zeigt sich schon im Fernglas als unscharfer Stern, ähnlich dem Kopf eines Kometen.

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