Lepus (lat.) Hase Abk. Lep

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Geschichte:
Nach der griechischen Mythologie handelt es sich gewissermaßen um die Jagdbeute des Himmelsjägers Orion (s. dort), nachdem dieser zuvor vergeblich versucht hatte, Löwe (s. dort) und Großer Bär (s. dort) zu erlegen. Doch einmal soll der Jäger ihm auch gestattet haben, sich zu seinen Füßen Schutz suchend niederzukauern, als nämlich der Große Hund (s. dort) das arme Tier zu Tode hetzen wollte. In Anerkennung für seine Tugenden Schnelligkeit, Wachsamkeit und Fruchtbarkeit wurde der Hase schließlich vom Götterboten Hermes unter die Sterne versetzt. Häufiger wurde das Sternbild auch mit dem Mond in Verbindung gebracht, da in diesem bei Vollmond angeblich eine Hasengestalt zu erkennen sei ("Hase im Mond"). - Auch nach arabischer Glauben sieht man hier einen Hasen ("Al Arnab") - gelegentlich aber auch Kamele, die ihren Durst im Himmelsfluss (der nahe gelegenen Milchstraße) zu löschen beginnen ("Al Nihal"). Nach ägyptischer Vorstellung ist das Boot des Osiris (verkörpert durch Orion) abgebildet, nach persischer eine Schlange oder eine Schafherde (ebenfalls bewacht vom Orion) und nach chinesischer der Sternenschirm "Ping Sing". Im christlichen Sternbilderhimmel findet man schließlich verschiedene Darstellungen, die den antiken Hasen ersetzen sollten: Gideons Vlies, Judas Ischariot, Jakob sowie Kain, den Brudermörder. - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich rund 20° südlich des Himmelsäquators bei rund 5h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Winter abends tief über dem Südhorizont gesehen werden kann. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Orion, (Fluss) Eridanus, Grabstichel, Taube, Großer Hund und Einhorn.


helle Sterne:
► Der Hauptstern Arneb oder Al Arnab (arab. für "Hase") strahlt als gelblicher Überriese in 1 000 Lichtjahren (LJ) Entfernung mit der Helligkeit 2,6m.
► Beim Stern (Al) Nihal (300 LJ) handelt es sich zwar nur um einen gelben Riesen, der wegen seines geringeren Abstandes zu uns aber immer noch mit 2,8. Größe leuchtet.

sonstige Objekte:
► Der tiefrote langperiodische veränderliche Stern R (nordwestlich von Arneb; 3 000 LJ) schwankt alle 430 Tage extrem zwischen 5,5 und 11,7m.
► Bei dem Doppelstern γ (gamma) (südöstlich von Nihal; 25 LJ) wird ein gelber Stern 3,60. Größe in 96,3" Abstand von einem orangefarbenen Partner der Größe 6,3 begleitet.
► Der wesentlich engere Doppelstern κ (kappa) (nordwestlich von Arneb) besteht aus einem bläulichweißen und einem weißen Stern mit Helligkeiten von 4,5 und 7,3m, die nur 2,6" auseinander stehen. - Abb. 2
► Beim offenen Sternhaufen NGC 2017 (knapp östlich von Arneb) handelt es sich in Wirklichkeit um ein Mehrfachsystem von wenigstens sieben zusammenhängenden Sternen.
► Der kompakte Kugelsternhaufen M 79 (südlich von Nihal; 40 000 LJ) ist mit 8,0. Größe ein schwieriges Objekt für kleine Teleskope. - Abb. 3

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