Hydra (lat.) (Weibliche, Nördliche) Wasserschlange Abk. Hya

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Geschichte:
Die Hydra (Abk. Hya) als weibliche (nördliche) Wasserschlange ist nicht zu verwechseln mit dem viel weiter südlich gelegenen Sternbild Hydrus (Abk. Hyi), der männlichen Wasserschlange, das von unseren Breiten nicht sichtbar ist. Die griechische Mythologie kennt zwei Sagen, in denen die (nördliche) Wasserschlange eine Rolle spielt: Nach der älteren Sage handelt es sich um ein neunköpfiges Monster, das in den unwegsamen Sumpfgebieten vor Lerna, dem heiligen Ort bei Argos in Griechenland, hauste und Menschen wie Tiere terrorisierte; so hauchte sie aus ihren Mäulern einen giftigen Atem aus, der jeden tötete, der ihr ansichtig wurde. König Eurystheus beauftragte daher den großen Helden Herakles (Sternbild Herkules), der Hydra den Garaus zu machen. So begab sich dieser in die Sümpfe und wurde von Athene zu der Höhle geführt, in der sich die Hydra versteckt hielt. Herakles schoss einige brennende Pfeile durch die Öffnung in das Dunkel der Höhle. Bald darauf erschien die Hydra und kroch zischend vor Wut auf den Helden zu. Der hielt wohl wissend den Atem an, zückte sein Schwert und begann, in wuchtigen Hieben die Köpfe der Hydra nacheinander abzuschlagen - doch vergebens: Kaum war einer der Köpfe entfernt, wuchsen aus der blutenden Wunde sofort zwei neue Häupter nach. In seiner Not rief Herakles nach seinem Neffen Iolaos, der ihn begleitete, aber aus Sicherheitsgründen etwas hinter ihm geblieben war und seinem Onkel nun brennende Äste reichte. Mittlerweile hatte jedoch die Hydra den Herakles erreicht und hielt diesen fest umklammert, um ihn zu Fall zu bringen. Der Held schwang verzweifelt seine Keule, bis er endlich die brennenden Äste zu fassen bekam. Damit brannte er nun nach jedem Hieb die Wunden aus und verhinderte so das Nachwachsen weiterer Köpfe. Als Hera vom Olymp aus erkannte, dass die Niederlage der Hydra bevorstehen würde, entsandte sie rasch einen Krebs aus dem Sumpf, der Herakles schmerzhaft in den Fuß kniff. Wütend zertrampelte er den Krebs, der von Hera daraufhin unter die Sterne versetzt wurde. In einer anderen Version entschuldigt sich der Rabe (s. dort), der im Auftrag des Apollons den Göttern frisches Wasser aus einer Quelle in einem Becher bringen sollte, für seine Verspätung damit, dass die Hydra die Quelle leergesoffen habe - woraufhin alle drei unter die Sterne versetzt wurden. - Der ägyptischen Vorstellung nach handelt es sich bei diesem Sternbild - wiederum - um den Nilfluss. Das chinesische Volk sah in einigen der Sterne den gespannten Bogen des Gottes Chang, den dieser benutzte, um den Himmelshund zu töten; das Areal zwischen g und dem Stern Spica (Jungfrau) hieß demnach "Tien Mun", das "Himmelstor". Der christliche Sternbilderhimmel erkennt in dieser Gegend ein Symbol für die Sintflut, wobei die Zick-Zack-Linie der Sterne als Wasserwellen gedeutet wird. - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild ist das größte des gesamten Himmels und befindet sich rund 20° südlich des Himmelsäquators bei rund 11h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Frühling abends tief über dem Südhorizont gesehen werden kann. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Löwe, Krebs, Einhorn, Hinterdeck, (Schiffs-)Kompass, Luftpumpe, Kentaur (Zentaur), Waage, Jungfrau, Rabe, Becher und Sextant.


helle Sterne:
► Der Hauptstern Alphard (arab. für "Der vereinzelt Dastehende") ist ein orangefarbener Riese in 177 Lichtjahren (LJ) Entfernung, der mit 1,99. Größe als einziger Stern des Bildes kräftiger leuchtet als 3m.

sonstige Objekte:
► Bei dem roten langperiodisch veränderlichen Stern R (südöstlich von Alphard) vom Mira-Typ schwankt die Helligkeit alle 386 Tage zwischen 4,0 und 10,0m.
► Der enge Doppelstern ε (epsilon) (nordwestlich von Alphard; 110 LJ) besteht aus einem gelben und einem roten Bestandteil der Größen 3,38 bzw. 6,8, die nur 2,8" auseinander stehen. - Abb. 2
► Bei dem Doppelstern 27 (knapp westlich von Alphard) wird ein gelber Riese 5. Größe von einem sehr weit entfernten Partner der 7. Größe begleitet.
► Auch beim Doppelstern 54 (im äußersten östlichen Bereich des Sternbildes) hat ein gelber Riese 5. Größe einen purpurfarbenen Begleiter der 7. Größe.
► Der Doppelstern I (südlich von Alphard) ist ein blauweißer Stern der Größe 5 mit einem weit entfernten Partner der Größe 7.
► Der große offene Sternhaufen M 48 (westlich von Alphard; 1 500 LJ) hat etwa 80 Mitglieder, die es zusammen auf 5,8m bringen. - Abb. 3
► Der Kugelsternhaufen M 68 (im östlichen Bereich des Sternbildes; 32 000 LJ) ist mit nur 8,2. Größe in kleinen Instrumenten unauffällig.
► Beim 7,6m hellen planetarischen Nebel NGC 3242 (südöstlich von Alphard) erkennt man eine bläulich-grünliche Scheibe, die wegen ihres Aussehens auch "Jupiters Geist" genannt wird.

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