Delphinus (lat.) Delfin Abk. Del

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Geschichte:
In der griechischen Mythologie berichten gleich zwei Sagen vom Delfin; die bekanntere lautet: "Der berühmte und in ganz Griechenland beliebte Sänger Arion gab ein Gastspiel in Sizilien, von dem er reich beschenkt die Heimreise antritt. Auf der Seefahrt von Tarent nach Korinth gelüstet es der Schiffsbesatzung nach den Schätzen, die der erfolgreiche Barde mit sich führt. Sie beschließen, ihn zu töten, um sich des Goldes zu bemächtigen. Als der Oberspießgeselle mit einem Messer auf Arion losgeht, bittet dieser, bevor sich sein Schicksal erfüllen soll, noch einmal auf seiner Leier spielen und ein Lied dazu singen zu dürfen. Da sich das Schiff auf hoher See befindet, besteht keine Fluchtgefahr - die verbrecherischen Seeleute stimmen zu und lassen Arion gewähren. Kaum hat er mit seinem Gesang und dem Leierspiel begonnen, geraten die wilden Gesellen in große Verzückung. Einen Augenblick lang lassen sie Arion unbeobachtet und träumen vor sich hin. Diesen Moment nutzt Arion geschickt. Mit gewaltigem Sprung setzt er über Bord und stürzt in die Fluten des Meeres. Kaum ist Arion in einer Woge versunken, da taucht er wieder auf dem Rücken eines Delfins auf. Das kluge Tier war, von Arions Gesang angelockt, dem Schiff gefolgt. Nun trägt es munter den berühmten Sänger durch das ebenfalls von dessen Musik besänftigte Meer. Arion, dankbar für seine Rettung, spielt auf dem Rücken des Delfins die Leier, bis er sicher das Kap Tainoron erreicht und an Land gehen kann. Die olympische Göttergesellschaft beschließt, als Dank und zur ewigen Erinnerung den Delfin unter die Sterne zu versetzen." Die andere Sage erzählt: "Poseidon, Herrscher der Meere, Bruder des Zeus und des Hades, verliebt sich in Amphitrite, eine Tochter des Königs und Wahrsagers Nereus, dessen fünfzig Töchter, die Nereiden, allesamt von strahlender Schönheit, aber auch wild und mutig waren. Als Poseidon mit seinem gewaltigen Dreizack aus den Fluten des Meeres auftaucht, um Amphitrite zu entführen, flieht diese bis an den Westrand der Erde, wo sie sich mit Hilfe von Atlas, dem Träger der Welt, versteckt. Poseidon sucht vergeblich nach ihr und wühlt dabei das Meer vom Orient bis zum Okzident auf, zum Schaden der Seefahrer. Doch nirgends ist Amphitrite zu finden. Voll Gram will Poseidon die Suche schon abbrechen, da taucht ein listiger und kluger Delfin auf und verrät Poseidon das Versteck. Poseidon findet Amphitrite und schleppt sie in seinen Palast. Voll seliger Dankbarkeit lässt Poseidon den Delfin unter die Sterne versetzen, wo man ihn noch heute bewundern kann." Die hinduistische Bezeichnung "Zizumara" steht ebenfalls für eine Delfinart. In der arabischen Welt heißt die Sternenfigur "Al Kaud", was "Das Reitkamel" bedeutet. Das chinesische Volk sah in den vier Rhombus-Sternen und dem Stern ζ (zeta) "Kwa Chaou", einen "Kürbis". Im christlichen Sternbilderhimmel stellen sie die Wasserkrüge von Kana dar, ursprünglich jedoch ein Kruzifix. Noch heute nennt man gelegentlich den Delfinrhombus "kleines Kreuz". - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild in Form eines Spielzeugdrachens befindet sich rund 10° nördlich des Himmelsäquators bei rund 21h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Spätsommer bis weit in den Herbst hinein abends halbhoch über dem Südhorizont gesehen werden kann. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Pfeil, Adler, Wassermann, Fohlen und Pegasus.


helle Sterne:
► Der Hauptstern Sualocin ist mit 3,8m weniger hell als Rotanev mit 3,6. Größe. Rückwärts gelesen ergibt dies Nicolaus Venator - einen Mitarbeiter von Giuseppe Piazzi, der 1801 von Palermo aus mit Ceres den ersten Planetoiden entdeckte.

sonstige Objekte:
► Der bekannte Doppelstern γ (gamma) (östlich von Sualocin) in 75 Lichtjahren Distanz besteht aus einem goldenen und einem weißen Stern der Größen 4,5 und 5,5, die am Himmel 9,6" voneinander entfernt stehen. - Abb. 2

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