Corvus (lat.) Rabe Abk. Crv

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Geschichte:
In der griechischen Mythologie ranken sich zwei Sagen um dieses Sternbild: Nach der einen wollte einst Apollon, der Gott des Lichtes, seinem Vater, dem "Götterboss" Zeus, eine Freude machen und ein würdiges Opfer darbieten. Als der Altar hergerichtet und geschmückt war, stellt er fest, dass ihm noch Wasser fehlte. So schickte er seinen Boten, den silbrig-weiß glänzenden Raben mit einem goldenen Becher zu einer Quelle, welches zu holen. Nachdem dieser das Quellgebirge erreicht hatte, überfiel ihn großer Hunger und er beschloss, sich an einem Feigenbaum zu erlaben. Doch die Früchte waren hart und ungenießbar, sodass der Vogel sich niederließ und so lange wartete, bis sie reif und süß wurden. Als er endlich seinen Hunger gestillt hatte, war soviel Zeit vergangen, dass der Rabe schließlich ohne Wasser den Rückflug antreten musste. In seiner Not packte er eine auf dem Weg liegende Wasserschlange (s. dort, 2. Version), brachte diese seinem Auftraggeber und behauptete, diese hätte die Quelle leer gesoffen. Doch Apollon durchschaute die Lügengeschichte und ließ voller Zorn das Gefieder des Raben pechschwarz werden, ihn fortan ewigen Durst erleiden und jede seiner Äußerungen zu einem unverständlichen Krächzen werden. Zur ewigen Erinnerung wurden die Beteiligten, Rabe, Becher und Wasserschlange, unter die Sterne versetzt. Nach der anderen Sage spielt der Rabe die Rolle des Unglücksraben in der Mythologie des Sternbildes Schlangenträger (s. dort). - Das arabische Volk erkannte in dem trapezähnlichen Sternenviereck ein Zelt, dessen arabische Bezeichnung "al khiba" auf den Hauptstern überging; aber auch ein Thron bzw. Kamel wurde hier gesehen. Der heute noch geläufige Rabe ist babylonischen Ursprungs (dort auch: Sturm- oder Wüstenvogel) und wurde später vom römischen Dichter Ovid "Garrulus Proditor" für "geschwätziger Verräter" genannt. Auch im Hebräischen hieß er "Orebh" ("Rabe"), während es sich nach chinesischer Vorstellung um einen Roten Vogel handelte, auf dem der Kaiser ritt und damit den Wind beherrschte. Im christlichen Sternbilderhimmel war es schließlich Noahs Rabe, der nach der Sintflut nach trockenem Land Ausschau hielt und dem Erbauer der Arche von seinen Erkundungen berichtete. - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich rund 20° südlich des Himmelsäquators bei rund 12h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Frühling abends tief über dem Südhorizont gesehen werden kann. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Jungfrau, Becher und (Weibliche, Nördliche) Wasserschlange.


helle Sterne:
► Der Doppelstern Algorab ist 120 Lichtjahre entfernt und besteht aus einem 2,95m hellen weißen Stern mit einem relativ weit entfernten Begleiter der 8. Größe.

sonstige Objekte:
(Fehlanzeige)

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