Cassiopeia (lat.) Kassiopeia Abk. Cas

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Geschichte:
Nach der griechischen Mythologie schenkte einst Kassiopeia, Gemahlin des Königs Kepheus, Herrscher über Äthiopien, diesem eine Tochter namens Andromeda, welche zu einem bildhübschen Mädchen heranwuchs. Die eitle Mutter prahlte nun, ihre Tochter sei hübscher als die Nereiden - woraufhin sich diese tief gekränkt bei ihrem Vater Nereus beklagten. Dieser wollte ihre Schmach gebührend rächen und sandte ein schreckliches Meeresungeheuer, den Walfisch, an die Gestade Äthiopiens, das Schiffe, Herden und Menschen in die Tiefen des Okeanos riss. Um sein Land zu retten, sandte König Kepheus in höchster Bedrängnis einen Boten nach Delphi, um das Orakel zu befragen. Die Antwort war niederschmetternd: Andromeda müsse dem Walfisch geopfert werden, erst dann könne Äthiopien von der schrecklichen Plage befreit werden. Vom Volke bedrängt, entschloss sich Kepheus schweren Herzens, seine Tochter preiszugeben. Andromeda wurde an einen Felsen in der Meeresbrandung geschmiedet, um dem Ungeheuer zum Fraße zu dienen. Schon näherte sich mit brausenden Wogen der Walfisch, als in höchster Not Perseus mit seinen geflügelten Schuhen auftauchte. Perseus, vom Anblick der unglücklichen Andromeda entzückt und gerührt zugleich, stürzte aus den Lüften herab und bohrte sein Schwert tief in das Ungeheuer. Ein fürchterlicher Kampf entbrannte, aus dem Perseus schließlich siegreich hervorging. Das Schwert allein konnte das Ungeheuer zwar nicht zur Strecke bringen. Aber Perseus zog aus einem Sack das von ihm selbst abgeschlagene Gorgonenhaupt der Medusa, bei dessen entsetzlichem Anblick der Walfisch zu Stein erstarrte, als der er auch heute noch in der Brandung vor der Küste Äthiopiens gesehen werden kann. Perseus befreite Andromeda von ihren Fesseln und brachte sie ihren Eltern zurück. Perseus erhielt zum Dank für seine Heldentat Andromeda zur Frau und das Königreich Äthiopien als Mitgift. Zur ewigen Erinnerung an diesen glücklichen Ausgang wurden alle Beteiligten unter die Sterne versetzt. - Auch nach arabischer Vorstellung markiert das "Himmels-W" eine Frau, nämlich die "auf dem Stuhl" ("Al Dhat al Kursiyy"), wohingegen ältere Quellen eine Hand sahen ("Kaff al Hadib"), wobei die helleren Sterne die Fingerspitzen darstellten; auch ein Kamel, das mit untergeschlagenen Beinen am Boden ruht, findet man, ebenso zwei Hunde. Bei anderen Kulturen sah man ebenfalls Frauengestalten: in der römischen eine sitzende ("Mulier Sedis"), in der christlichen Maria Magdalena. Im ägyptischen Buch des Todes wird das Sternbild mit einem Bein identifiziert. In chinesischen Quellen war zunächst von "Ko Taou", dem "Säuleneingang zum Palast" die Rede, später von "Wang Liang", dem "Lenker des Triumphwagens" der Tsin-Dynastie (470 v. Chr.). Das keltische Volk sprach von der Wohnstadt des Don, König der Feen und Vater von Gwydyon, dem Erfinder der Schrift, Zauberer und Erzeuger des Regenbogens. - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich rund 60° nördlich des Himmelsäquators bei rund 1h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten als Zirkumpolarsternbild stets über dem Horizont steht. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Kepheus, Eidechse, Andromeda, Perseus und Giraffe.


helle Sterne:
► Der orangefarbene Hauptstern Schedar (arab. für "Brust") strahlt in 120 Lichtjahren (LJ) Entfernung 2,2m hell.
► Der Stern Caph (arab. für "gefärbte Hand"; 42 LJ) hat zwar einen kleineren Abstand zur Erde, kommt aber auf Grund seiner geringeren Ausmaße nur auf die Größe 2,3m.
► Bei dem veränderlichen Stern γ (gamma) (780 LJ), einem instabilen blauen Riesen, schwankt die Helligkeit unvorhersagbar zwischen 1,6 und 3,3m.

sonstige Objekte:
► Der Doppelstern η (eta) (knapp nordöstlich von Schedar; 20 LJ) besteht aus einem roten Stern 3,4. Größe und einem 7,5m hellen, gelben Partner, die 10" auseinander liegen. - Abb. 2
► Beim Doppelstern ι (iota) (nordöstlich von γ (gamma); 120 LJ) hat ein weißer Stern der Größe 4,9 gleich zwei Begleiter: einen leicht trennbaren mit der Helligkeit 6,9m sowie einen engen, gelben der 7. Größe.
► Der offene Sternhaufen M 52 (nordwestlich von Caph; 5 200 LJ) ist 6,9m hell und erscheint bei 100 Mitgliedern leicht nierenförmig - mit einem orangefarbenen Stern der Größe 8 an seinem einen Ende. - Abb. 3

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