Andromeda (lat.) Andromeda Abk. And

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Geschichte:
Nach der griechischen Mythologie war Andromeda die Tochter des Königspaares Kepheus und Kassiopeia (s. dort) und wurde vom Sagenheld Perseus vor dem Seeungeheuer Walfisch gerettet - wofür er sie zum Dank heiraten durfte. - Der Ursprung dieser Vorstellung einer Mädchengestalt geht auf das babylonische Epos von der Entstehung der Welt zurück, in der Geschichte vom Gott Marduk und seinem Kampf mit dem (benachbarten Sternbild) Drachen. Auch das phönizische Volk übernahm diese Vorstellung, nachdem sie zuvor einen Dreschboden bzw. eine Tenne erkannt hatten, wobei die Sterne der Kassiopeia Ährenleser waren und beide Sternbilder zum "großen Weizenfeld" gehörten. In der römischen Welt sprach man von "Virgo Devota", der unseligen, dem Tode geweihten Jungfrau, von "Persea", der Braut des Perseus, mit "Nivea Cervice", dem weißen Nacken. Eine Mädchenfigur sahen auch andere Kulturkreise: der arabische die unverheiratete und jungfräuliche "Asnade", der hinduistische "Antamarda" und der hebräische die biblische "Abigail" aus den Büchern Samuels. Nur der christliche Sternenbilderhimmel identifizierte die Sterne als "Sepulchrum Christi" - als Grab Christi, das leer vorgefunden wurde. - Abb. 1

Lage/Sichtbarkeit:
Das Sternbild befindet sich rund 40° nördlich des Himmelsäquators bei rund 1h Rektaszension, sodass es in unseren Breiten im Herbst abends sehr hoch über dem Südhorizont gesehen werden kann. Nachbarsternbilder sind (nördlich, dann im Uhrzeigersinn): Kassiopeia, Eidechse, Pegasus, Fische, (Nördliches) Dreieck und Perseus.


helle Sterne:
► Der blauweiße Hauptstern Alpheratz (arab. für "Pferdeschulter") oder Sirrah (arab. für "Pferdenabel") strahlt in 72 Lichtjahren (LJ) Entfernung mit der Helligkeit 2,06m und bildet als ursprünglicher Stern δ (delta) von Pegasus mit dessen Sternen α (alpha), β (beta) und γ (gamma) das markante Herbstviereck bzw. -quadrat.
► Der rote Riesen-Stern Mirach (arab. für "die Lenden") ist mit 2,07m nur unwesentlich lichtschwächer als der Hauptstern, mit 199 LJ aber erheblich weiter weg.
► Bei dem wunderschönen Doppelstern Almach oder Alamak (arab. für "Wüstenluchs"; 37 LJ) wird ein 2,18m heller gelber Stern in 10" Distanz von einem blauen Partner der 5,03. Größe begleitet. - Abb. 2

sonstige Objekte:
► Der Doppelstern 56 (südlich von Almach) besteht aus einem Paar gelber Riesen 6. Größe, die in Ferngläsern getrennt werden können.
Beim ausgedehnten offenen Sternhaufen NGC 752 (südlich von Almach) sind bis zu 100 Mitglieder der Größen 9 und 10 zu erkennen, die es gemeinsam auf die Helligkeit 7,0m bringen.
► Die Galaxie M 31 (westlich von Almach; 2,3 Mio. LJ) - besser bekannt als "Andromedanebel" - stellt mit 4,8m das fernste, mit bloßem Auge sichtbare Objekt dar, das sich auf lang belichteten Aufnahmen über sechs Vollmond-Durchmesser erstreckt und Spiralarme erkennen lässt. - Abb. 3
► Die ebenso weit entfernte Nachbar-Galaxie M 32 (unmittelbar südlich des Kerns von M 31) kann mit 8,2. Größe nur in größeren Teleskopen gesehen werden. - Abb. 3
► Auch die andere, knapp nordwestlich von M 31 gelegene Satelliten-Galaxie M 110 ist mit 8,0m ein anspruchsvolles Beobachtungsobjekt. - Abb. 3
► Bei dem planetarischen Nebel NGC 7662 (nordwestlich von Alpheratz; 4 000 LJ) handelt es sich trotz 8,2. Größe um eines der hellsten Gestirne seiner Art, das bei starker Vergrößerung als undeutliche, blaugrüne Scheibe mit elliptischem Umriss erscheint.

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